[zurück]
Die
Vituskapelle
Die
Vituskapelle, in Hofstetten auch "Veitskappelle" genannt, befindet sich nordöstlich des
Dorfes, auf einer Anhöhe,
am Waldrand gelegen. Sie steht an der Stelle des bereits im 12.
Jahrhundert genannten Ortes Wattenhofen, der seit Jahrhunderten wüst
ist. Dort errichtete man 1743 eine Einsiedelei mit Kirche. Diese
wurde im frühen 19. Jahrhundert abgebrochen und 1850 durch die
heutige bescheidene Kapelle ersetzt.
|
|

Zur Ausstattung der Kapelle (im Volksmund "Veitskapelle")
gehört eine originelle spätgotische Skulptur des hl. Veit im Ölkessel
aus der Zeit um 1500. Das Eintauchen in siedendes Öl bildet das
Martyrium des römischen Heiligen.
Hinter der Kapelle befindet sich eine Streuobstwiese, die vom örtlichen
Obst- und Gartenbauverein gepflegt wird. Alle Jahre im Herbst
wird von den "Erstklässlern" der Grundschule Hitzhofen/Böhmfeld
ein neuer Obstbaum gepflanzt. So entstand eine Obstplantage aus
heimischen Obstbäumen.
(Hier die Kapelle bei Nacht)
|

Unmittelbar vor der Kapelle befindet sich ein Biotop. Ein Wassertümpel, der auf einer Anhöhe liegt, was auf eine Quelle schließen lässt. Er dient zuweilen einigen Wildenten als Brutstätte, wobei auch andere heimische Vögel hier nisten. Der kleine Weiher ist im Besitz der
Gemeinde und ist an Privatpersonen verpachtet. Das Betreten der Anlage ist nicht gestattet. "Bootfahren" und "Baden" im Sommer oder im Winter gar "Schlittschuhlaufen" sind verboten.
|

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges hielt sich im Dachboden der Kapelle ein flüchtiger russischer Kriegsgefangener versteckt. Bei der Renovierung im Jahr 1990 fand man im Gebälk eine Art "Kalender" geritzt. Hieraus geht hervor, dass der Russe von Ende Mai 1945 bis zum 08. September 1945, also 127 Tage, auf dem Kapellendachboden gelebt hat. Sein Name war Nicola Klütscherew. Er stammte aus dem Landkreis "Tulskoy", aus der Stadt "Odoe". Auf dem Dachboden befanden sich neben vielen Uniformstofffetzen, Lederresten, alten
Stiefeln und Essensresten (abgenagte Maiskolben) eine kleine Kücheneinrichtung mit Blechbüchsen verschiedener Größen, dazu ein selbstgefertigter Deckel mit Griff aus Stoff, ein
Kochlöffel aus Holz und eine Ablage mit mehreren Fächern aus Blechdeckeln mit Drähten zusammengebaut. Gekocht hat der Flüchtige auf einer Ansammlung von kleinen Mauersteinen, die er aus dem Giebel herausgebrochen hatte. Als Brennmaterial dienten sicher dünne Äste oder Holzkohlen. Die Feuerstelle, mit viel Asche, ist gut erhalten.
In einer Art "Abschiedsbrief", geschnitzt in die Nordpfette der Veitskapelle, "schreibt" er: "Auf Wiedersehen mein kleines Wohneck.... gehe Richtung Westen....
langerWeg,...man bleibt ... Samstag, 08. IX. 1945" (alles in kyrillischer Schrift).
|
|

Blickt man von der Vituskapelle gegen Böhmfeld, so kann man in den Wintermonaten im Tal unsere Schlittenbahn erkennen. Dieser beliebt Hang im "Bauerngrund" ist bestens geeignet für jung und alt. Eine rasante Schlittenfahrt zu unternehmen oder die ersten Obungen mit
den Skiern auszuprobieren, ist vor allem bei der jungen Generation beliebt. Der "Berg" wird vom örtlichen Landschafts? und Gartenbauverein gepflegt.
|
|
Weiterhin noch erwähnenswert ist eine "Wegekapelle" (Ohne Bild - um 1700 erbaut), die mitten im Ort steht. Die Kapelle befindet sich am Ende der Schloss?Straße und ist im Besitz der Familie Mogl
(Schloss?Straße 27). Eine lebensgroße Holzfigur der schmerzhaften Muttergottes ziert das Innere der kleinen Kapelle.
Beide Kapellen sind neben vielen "Marterln" und Wegekreuze (z.B. das
"Kipferlerkreuz" am Ende des Dorfes Richtung Pfünz links oder das Marterl am Baumfelder Weg) Juwelen unserer Heimat und nicht wegzudenken. Die Zeugen unserer Geschichte sind beachtenswert, sie zu pflegen ist unsere Aufgabe.
(von Hans Buchberger und Manfred Bauer)
[zurück]
|
|